Über unsere Pilgergruppe

ALLGEMEINES
WEIß-SCHWARZ-ROT ist eine traditionelle Pilgergruppe mit Bußcharakter.

VERANSTALTER
Die Pilgergruppe wird durch die „Warschauer Gesellschaft für den klassischen römischen Ritus“ in Zusammenarbeit mit den Geistlichen des „Institutes vom Guten Hirten“ organisiert, das auch für die Seelsorge der Pilger zuständig ist.

GEISTLICHE LEITUNG
Zurzeit ist Pater Grzegorz Śniadoch vom „Institut vom Guten Hirten“ der leitende Priester der Gruppe.

GEISTLICHE AUSRICHTUNG
Auf dem Pilgerweg folgen wir der geistlichen Tradition der Katholischen Kirche; dabei stützen wir uns auf ihre jahrhundertealte liturgische und asketische Überlieferung. Deswegen beten wir vor allem aus dem Brevier, das heißt wir singen Laudes, Vesper und Komplet und halten folgende traditionelle Andachten: den Rosenkranz, das kleine Offizium von der Unbefleckten Empfängnis, den Kreuzweg sowie verschiedene Litaneien. Wir singen liturgische und eucharistische Lieder, die durch eine jahrhundertealte Tradition geheiligt sind, sowie Marienlieder und patriotische Lieder. Unsere Verbindung zur Katholischen Kirche drücken wir auch aus, indem wir in der lateinischen Sprache beten, die seit vielen Jahrhunderten die offizielle Sprache der Kirche ist. Unsere Gruppe setzt sich zum Ziel, traditionelle Formen der Frömmigkeit zu kultivieren und insbesondere den gregorianischen Choral zu pflegen, der, wie es die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils betont haben, den Vorrang vor allen anderen Gesangsarten hat. Auf diese Weise möchten wir uns an das alte Prinzip halten: „Lex orandi – lex credendi” (das Gesetz des Betens entspricht dem Gesetz des Glaubens).

HEILIGE MESSE
Wir legen auch einen großen Wert auf die Verehrung der Heiligsten Eucharistie. Zu der katholischen Tradition gehört der Brauch, die hl. Eucharistie oft zu verehren. Während der Pilgerfahrt haben wir die Gelegenheit, jeden Tag den Leib Christi unter der sichtbaren Gestalt des Brotes zu sehen und zu empfangen sowie an der hl. Messe im klassischen römischen Ritus teilzunehmen, die der Heilige Vater Papst Benedikt XVI. für die Kirche “wiederbelebt” hat. Aus Dankbarkeit für die Möglichkeit, aus dieser unerschöpflichen Gnadenquelle schöpfen zu dürfen und um die wahre leibliche Gegenwart des Heilandes zu verehren, bringen wir nach jeder hl. Messe die Danksagung dar.

VORTRÄGE
Die gebotenen/geplanten Vorträge haben zum Ziel, die unverfälschte Lehre der Kirche den Gläubigen näher zu bringen. Ihre Themen stehen im Zusammenhang mit dem Leitmotiv der Pilgerfahrt, das von Jahr zu Jahr verschieden ist. Die Vorlesungen werden durch den leitenden Priester gehalten. Wir haben vor, Vorträge über aktuelle Problemstellungen und Bedrohungen für die Kirche und die Heimat zu veranstalten. Vorträge werden sowohl durch teilnehmende Pilger aus dem öffentlichen Leben, Wissenschaftler und Experten, als auch durch geladene Gäste durchgeführt.

SCHUTZHEILIGE DES TAGES
Weitere Tage werden verschiedenen Heiligen gewidmet. Mithilfe einer kurzen Präsentation sollen die Lebensgeschichte, die Tugenden, Verdienste und manchmal ein Ausschnitt aus den Schriften des Heiligen vorgestellt werden. Im Laufe des Tages beten wir insbesondere zu diesem Heiligen und bitten um seine Fürsprache. Ausdruck unseres Glaubens an die Gemeinschaft der Heiligen ist der tägliche Gesang der Allerheiligenlitanei. Auf diese Weise möchten wir sowohl die Verbindung der auf der Erde pilgernden Gläubigen (Ecclesia peregrinans) als streitender Kirche (Ecclesia militans) mit der himmlischen Kirche, d. h. mit allen Heiligen im Himmel, die die triumphierende Kirche (Ecclesia triumphans) bilden, zum Ausdruck bringen, als auch die Verbindung mit den im Fegefeuer leidenden Seelen – dadurch, dass wir um die notwendige Hilfe für die leidende Kirche (Ecclesia patiens) bitten. Vor allem bitten wir um die Unterstützung unserer Schutzengel und vertrauen die Mühen unserer Pilgerreise der Fürsprache des hl. Erzengels Michael an.

ZUSAMMENFASSUNG
Man kann darüber diskutieren, ob dieses Programm zu anspruchsvoll für die Jugend ist. Ohne Zweifel stellen wir große Anforderungen an die Jugend: Sie soll strengen Regeln gehorchen, Askese und Selbstverleugnung üben sowie intellektuelle Anstrengungen erbringen. Bestimmt kann man anderswo niedrigere Erwartungen und eine lockere Atmosphäre finden. Jedoch stellt sich die Frage, ob es wirklich darum geht? Welche Art der religiösen Erziehung ist geeignet, künftige Heilige hervorzubringen? Kommen wirklich alle in der Kirche vorhandenen Gnadenmittel zur Anwendung? Auf der Pilgerfahrt dienen wir Gott und der Kirche, indem wir beten und uns kasteien; dank der intellektuellen Anstrengungen vertiefen wir unsere Kenntnisse der Glaubenswahrheiten und der Lehre der Kirche. Wir sind uns dessen bewußt, daß das Maß des Glaubens der nächsten Generationen, denen wir unseren Glauben weitergeben, von unseren Bemühungen heute abhängig sein kann. Wir vertrauen darauf, dass wir das gemeinsam schaffen können. Wir glauben, dass Jugendliche ehrgeizig und opferbereit sind. Sie sind bereit, von sich aus Gott Opfer zu bringen und Gott alles zu geben, um Gott zu entdecken. Wir glauben ebenfalls, dass die angebotenen Mittel gut geeignet sind für die Jugend, weil diese Gebetsformen und diese Lebensweise den Glauben unserer Väter gerettet haben. Selbst der hl. Papst Johannes Paul II. hat uns ständig aufgerufen, sich an die reiche Tradition des kirchlichen Lebens zu erinnern, insbesondere während seiner Auslandsreisen nach Polen: „Wir sollten unseren Glauben an Gott dadurch zum Ausdruck bringen, dass wir aktiv am kirchlichen Leben teilnehmen, dass wir uns um Schwache und Leidende kümmern und dass wir die Verantwortung für öffentliche Belange übernehmen, im Geiste der Sorge um die Zukunft des Volkes, die sich auf die Wahrheit des Evangeliums stützt. Eine solche Einstellung bedarf des erwachsenen Glaubens und des persönlichen Engagements. Sie sollte in konkreten Handlungen zum Ausdruck kommen. Für eine solche Haltung muss man manchmal mit Heroismus und großer Hingabe bezahlen. Haben wir in unserer Zeit, in unserem Leben Demütigungen verschiedener Art erlitten, wenn wir versucht haben, Christus die Treue zu halten und die christliche Würde zu bewahren? Jeder Christ ist berufen, immer und überall, wohin ihn die göttliche Vorsehung stellt, sich zu Christus vor den Menschen zu bekennen. (vgl. Mt 10, 32).“ (Johannes Paul II., Gniezno [deutsch: Gnesen] 03.06.1997)